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Rolladen Müllers - Traumzeit

Die Legende Es wird erzählt, dass der Mistelzweig die heilige Pflanze der Frigga, der Göttin der Liebe, war. Diese war die Mutter von Balder, dem Gott der Sommersonne. Einst träumte Balder von seinem Tod und beunruhigte damit seine Mutter sehr. Denn falls er sterben sollte, würde alles Leben der Erde ein Ende finden. Frigga, die dies verhindern wollte, ging sogleich zu Luft, Feuer, Wasser, Erde und zu jedem Tier und jeder Pflanze. Alle gaben ihr Versprechen, dass sie ihrer Sonne nicht schaden würden. Es schien, als ob Balder von niemanden auf oder unter der Erde verletzt werden könnte. Aber er hatte einen Feind namens Loki, den Gott des Bösen. Loki wusste von einer einzigen Pflanze, die weder auf noch unter der Erde wuchs und die Balders Mutter übersehen hatte. Es war der niedrige Mistelzweig, der sich auf den Bäumen befand. Der Gott des Bösen stellte aus dem Zweig eine Pfeilspitze her und übergab diese Hoder, dem blinden Wintergott. Hoder schoss auf Balder und tötete ihn dadurch. Das Licht im Himmel erlosch und überall herrschte Trauer über den Tod des Sonnengottes. Drei Tage lang bemühte sich jedes Element Balder wie- derzuerwecken. Doch letztendlich konnte ihn nur seine Mutter in das Leben zu- rückholen. Der Legende nach verwandelten sich die um ihren Sohn vergossenen Tränen in perlenartige weiße Beeren, nämlich in die des Mistelzweiges. Ihre Freude veranlasste Frigga jeden zu küssen, der unter dem Baum vorbeiging auf dem der Mistelzweig wuchs. Am Ende der Geschichte steht die Zusage, dass den Menschen, die unter einem Mistelzweig stehen, kein Schaden zugefügt wird. Aber geküsst wer- den sie, als Zeichen der Liebe. Der Brauch Die Engländer des 18. Jahrhunderts nannten schließlich die Früchte des Mistelzwei- ges „Kuss-Kugeln". Eine junge Frau, die zur Weihnachtszeit unter dem Immergrün, das mit Bändern ansehnlich geschmückt ist, steht, darf einen Kuss nicht ablehnen. Dieser Kuss konnte eine Romanze, beständige Freundschaft oder Wohlwollen bedeuten. Damit es zur Heirat zwischen den Küssenden kommt, wird in manchen Gebieten Englands der Mistelzweig in der zwölften Nacht verbrannt. Blieb ein Mädchen jedoch ungeküsst, hielt es die Erwartung hoch, im folgenden Jahr zu heiraten. Auch herrscht die Regel, dass die Anzahl der Beeren am Zweig bestimmt, wie viele Küsse getauscht werden dürfen. Trägt der Zweig keine Beeren mehr, so findet auch das Küssen sein Ende. Hierbei ist nicht unbedingt vorgegeben, dass der Junge die Initiative ergreifen muss. In Kanada verspricht sich ein verliebtes Paar mit einem Kuss unter dem Mistelzweig die Heirat und zudem gilt er als Prophezeiung für ihr Glück und ein langes Leben. In Frankreich wurde der Brauch zunächst nur am Neujahrstag praktiziert, aber heute kann unter dem Mistelzweig an allen Feier- tagen geküsst werden.

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