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Rolladen Müllers - Traumzeit

Es naht das Jahr sich seinem Ende, Von unserm Leben war's ein Stück. Wir falten sinnend unsre Hände Und senden einen Blick zurück. Da stehn sie auf, die goldnen Sterne, Die uns im Jahreslauf gestrahlt; In denen Phantasie so gerne Sich eineWelt voll Glück gemalt; Wo jedem ward nachWunsch beschieden: Gesundheit, Reichtum, Ruhm und Ehr, Und Liebe, Freude, Seelenfrieden Und was der Schätze sind noch mehr. Nicht alles konnten wir erlangen, Wir danken Gott, hat er's gewollt, Daß von der Sterne lichtem Prangen Uns blieb ein Körnlein echtes Gold. Manch' schönen Stern verlockend winken Sahn wir von ferne, aber jäh' Als Irrlicht in den Sumpf versinken, Gelangten wir in seine Näh'. Auch manchen gab's, den wir erkoren, Als unsers Strebens höchstes Ziel, Und der, nachdem sein Glanz verloren, Als toter Stein zur Erde fiel. Ein andrer, als wir ausgestrecket, Ihn zu erfassen, unsre Hand, Hat sich im Nebelmeer verstecket hinter dunklerWolkenwand. Noch viele sind vorbeigezogen, Verschwindend in Unendlichkeit; So hat uns Jahr für Jahr betrogen Der Erdensterne Herrlichkeit. Doch ob von unsern Hoffnungssternen Der letzte zu versinken droht, Ob er entrückt in weite Fernen, Wir zagen nicht, es hat nicht Not. Es gibt noch einen Stern voll Klarheit, Der jede Erdennacht durchbricht, SeinTräger ist die ew'geWahrheit, Sein Feuer ist das ew'ge Licht. Er strahlt mit seinem Glanzgefunkel, In jede Hütte, jedes Herz, Durch Sündennacht und Erdendunkel Und mildert Sorge, Leid und Schmerz. Der Stern, der jede Seel' erfreuet, Daß sie auf's neue hoffen lern', Der Himmelsgold zur Erde streuet; Es ist derWeihnacht heller Stern. Der Stern, der einst das Heil verkündet, Wird ungetrübt uns jedes Jahr Als Flammenzeichen angezündet Der Liebe, die unwandelbar. StineAndresen

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